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05.11.2026 - 16.30 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Kompakt verteidigen, blitzschnell umschalten – So spielt der Greifswalder FC

In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den Greifswalder FC. Am Samstag, den 14. November, empfangen die Himmelblauen die Mannschaft von Cheftrainer Alain Karim ab 14 Uhr an der Gellertstraße. Das Medienteam des CFC hat sich deshalb wieder genau angeschaut, wie die neu formierten Greifswalder auftreten und welche taktischen Mittel den GFC in dieser Saison auszeichnen.

Nach einem großen personellen Umbruch hat Karim schnell eine funktionierende Einheit geformt. Gleich 20 neue Spieler galt es im Sommer zu integrieren, dennoch erwischten die Greifswalder mit 23 Punkten aus den ersten fünfzehn Partien einen guten Saisonstart. Dabei entwickelte der GFC früh eine klare Identität: Intensität und defensive Kompaktheit bilden das Fundament, nach Ballgewinnen soll es dagegen schnell und zielstrebig werden.

Mit Ball: Wenige Kontakte und schnell in die Tiefe

Das bevorzugte Grundsystem der Greifswalder ist ein 4-2-3-1, das Karim je nach Gegner anpassen kann. Auch eine Fünferkette – beispielsweise gegen Erfurt – spielten die Norddeutschen schon. Unabhängig davon liegt die große Stärke weniger in langen Ballbesitzphasen als im Moment des Ballgewinns. Dann versucht der GFC, mit wenigen Kontakten Raum zu überbrücken und seine schnellen Offensivspieler möglichst direkt in die Tiefe zu schicken.

Dieser „Überfallfußball“ prägte insbesondere den Saisonstart, als ein Großteil der ersten Treffer nach Kontern entstand. Dabei können die Greifswalder sowohl über die Außenbahnen als auch mit direkten Pässen durch das Zentrum gefährlich werden. Felix Heim (5 Tore, 1 Vorlage) und Colin Kroll-Thiel (5 Tore, 2 Vorlagen) gehören zu den wichtigen Zielspielern im letzten Drittel. Greifswald benötigt nicht zwangsläufig viele lange Angriffssequenzen, sondern versucht, die wenigen sich bietenden Räume konsequent auszunutzen.

Gegen den Ball: Tief, kompakt und robust

Gegen spielstarke Gegner kann der GFC bewusst auf Ballbesitz verzichten. Die Mannschaft zieht sich in einen tiefen und kompakten Block zurück, verkleinert die Räume zwischen den Linien und versucht, das Zentrum zu schließen. Der Gegner soll dadurch auf weniger gefährliche Bereiche beziehungsweise auf hohe Bälle und Flanken nach außen gelenkt werden. Gerade im eigenen Strafraum verfügt Greifswald über eine robuste Defensive, die viele dieser Hereingaben verteidigen kann.

Entscheidend ist dabei die Verbindung zur eigenen Umschaltstärke. Die tiefe Positionierung dient nicht ausschließlich der Absicherung, sondern bereitet gleichzeitig den nächsten Angriff vor. Sobald Greifswald den Ball gewinnt, schalten mehrere Spieler schnell um und attackieren die geöffneten Räume. Gerade gegen Mannschaften, die mit vielen Spielern aufrücken, kann dieses Muster gefährlich werden. 

Spielidee: „Überfallfußball“ mit klarer Struktur

Karims übergeordneter Anspruch ist ein mutiger, variabler und aggressiver Fußball, der spielerische Qualität mit hoher Intensität verbindet. Das auffälligste Merkmal bleibt dabei das schnelle Umschalten. Greifswald kann dem Gegner längere Ballbesitzphasen überlassen, ohne dabei die Kontrolle über die eigene Spielidee zu verlieren. Der 1:0-Erfolg gegen den FC Erzgebirge zeigte dieses Prinzip deutlich: tief und kompakt verteidigen, auf Umschaltmöglichkeiten warten und die eigenen Chancen effizient nutzen.