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07.08.2026 - 17.00 Uhr | 1. Mannschaft

Trainer-Trickkiste: Kompaktheit, Wucht und Tiefgang – So spielt der Hallesche FC

In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den Halleschen FC. Am Sonntag gastieren die Himmelblauen ab 14 Uhr im Leuna-Chemie-Stadion bei einem der Topfavoriten auf den Aufstieg. 

Nach zwei Remis zum Saisonauftakt gegen Greifswald (2:2) und Rot-Weiß Erfurt (1:1) feierte der HFC zuletzt einen späten 1:0-Erfolg gegen die BSG Chemie Leipzig. Drei der bisherigen vier Treffer erzielte dabei Niclas Stierlin. Unter Cheftrainer Robert Schröder bleibt der personelle Kern unverändert, die Spielidee entwickelt sich jedoch weiter. Und wie die Hallenser ihre Spiele angehen, schauen wir uns jetzt an.

Defensive Stabilität als Fundament

Die Spielidee des Halleschen FC beginnt gegen den Ball. Schröder setzt auf eine kompakte und körperlich starke Mannschaft, die ihre Stabilität über enge Abstände und konsequentes Verschieben entwickelt. Meist verteidigt der HFC in einem kompakten 4-4-2, kann sich aber ebenso ohne Probleme tief in die eigene Hälfte zurückziehen und dort die Räume konsequent verdichten.

Im Gegensatz zur Vorsaison läuft Halle nicht mehr permanent hoch an. Stattdessen wird situativ gepresst, während der Fokus klar auf einer stabilen Grundordnung liegt. Erst aus dieser defensiven Sicherheit heraus sollen Ballgewinne und Konter entstehen.

Vertikal statt Ballbesitz

Mit Ball verfolgen die Hallenser mittlerweile einen deutlich pragmatischeren Ansatz. Der kontrollierte Ballbesitz steht nicht mehr im Mittelpunkt. Mit lediglich 289 erfolgreichen Pässen pro Partie (13.) und einer Passquote von 77 Prozent (13.) wird deutlich, dass Halle den direkten Weg nach vorne sucht.

Im Aufbau bleibt die Mannschaft dennoch flexibel. Aus der Viererkette entsteht situativ eine Dreierkette, indem ein Außenverteidiger hochschiebt. Die Innenverteidiger tragen den Ball selbst ins Mittelfeld oder suchen über Passkombinationen den Weg ins Zentrum. Sobald sich eine Möglichkeit ergibt, folgen scharfe vertikale Zuspiele oder Chipbälle hinter die letzte Abwehrreihe.

Flügelspiel und Präsenz im Strafraum

Die größte Gefahr entwickelt der HFC weiterhin über seine Außenbahnen. Ziel ist es, schnell auf die Flügel zu gelangen und anschließend mit Flanken oder scharfen Hereingaben den Strafraum zu besetzen. Dort schieben regelmäßig mehrere Mittelfeldspieler mit Tempo nach, sodass häufig vier oder fünf Hallenser gleichzeitig den Strafraum attackieren.

Das Zentrum der Offensive bilden dabei die beiden neuen Mittelstürmer Stanley Ratifo und Soufian Benyamina, die in der abgelaufenen Spielzeit beide jeweils über 15 Scorer erzielten. 

Noch fehlt den Sachsen-Anhaltinern im geordneten Ballbesitz allerdings die letzte Präzision. Das zeigen auch die Statistiken: Mehr als sieben Abschlüsse pro Partie kommen von außerhalb des Strafraums (2.), innerhalb des Sechzehners sind es dagegen nur rund fünf Versuche pro Spiel (14.). Drei der bisherigen vier Saisontore erzielte der HFC folgerichtig aus der Distanz, das vierte fiel nach einer Ecke am langen Pfosten.

Körperlichkeit und individuelle Qualität

Das Hallenser Spiel lebt von Intensität, Zweikampfstärke und klaren vertikalen Abläufen. Lange Bälle gehören ebenso zum Repertoire wie schnelle Tiefenläufe und eine hohe Präsenz bei zweiten Bällen. Kann der Gegner den kontrollierten Aufbau unterbinden, zögert der HFC nicht, früh den direkten Weg auf seine körperlich starken Offensivspieler zu suchen.

Ob Top-Neuzugang Benyamina nach seiner Verletzung gegen Chemie Leipzig zur Verfügung steht, ist derzeit noch offen. Seine Qualitäten als Wandspieler würden dem Hallenser Offensivspiel zusätzliche Wucht verleihen.

Voraussichtliche Aufstellung: Bendel – Langhammer, Landgraf, Halili, Hauptmann – Damelang, Kulke, Stierlin, Hartmann – Benyamina, Ratifo