Fast-Abbruch, Platzverweis, Elfmeterpfiff – CFC verliert kuriose Partie mit 0:2 in Jena
Am 10. Spieltag reiste der Chemnitzer FC zum FC Carl Zeiss Jena. Im Ernst-Abbe-Sportfeld trafen vor 8.077 Zuschauern zwei starke Serien aufeinander: Die Himmelblauen hatten bislang in jedem Saisonspiel mindestens einmal getroffen, während die Jenaer im eigenen Stadion noch ohne Gegentor waren. Am Ende sollte die Serie der Chemnitzer nach einem äußerst turbulenten Spieltag reißen, weil Jena in sechzig Minuten Überzahl die eigenen Chancen effizient nutzte.
Drei Änderungen in der CFC-Startelf
Cheftrainer Benjamin Duda nahm im Vergleich zum 2:2 beim FC Rot-Weiß Erfurt drei Veränderungen in der Startelf vor. Für Jonas Marx (Bank), Niclas Erlbeck (5. Gelbe Karte) und Martial Ekui (krank) begannen Dejan Bozic, Julius Bochmann und Niclas Walther.
Verzögerter Anpfiff und lange Spielunterbrechung
Der Anpfiff des MDR-Livespiels verzögerte sich zunächst um zehn Minuten, weil die Flucht- und Rettungswege vor dem Jenaer Fanblock nicht frei zugänglich waren. Als der Ball endlich rollte, begegneten sich beide Teams zunächst auf Augenhöhe und warteten geduldig auf Fehler des Gegners.
In der 10. Spielminute musste Schiedsrichter Christoph Dallmann die Partie auf Anweisung der Sicherheitsträger erneut unterbrechen, da die Entfluchtung zum Innenraum weiterhin nicht gewährleistet war. Als sich die Situation in der Jenaer Südkurve auch nach fünf Minuten nicht besserte, schickte Dallmann beide Teams zurück in die Kabinen.
Der Stadionsprecher appellierte mehrfach, die Fahnen von den Fluchttoren zu entfernen. Nach rund 15 Minuten Unterbrechung folgte die Durchsage, dass nur noch ein Zeitfenster von fünf Minuten bliebe, um sich kooperativ zu zeigen – ein Spielabbruch schien unmittelbar bevorzustehen.
Hinter den Kulissen wurde derweil fieberhaft nach einer Lösung gesucht, die schließlich darin bestand, dass die Fanszene zunächst alle Fahnen abnahm und anschließend geschlossen den Block verließ. Um 17 Uhr konnte die Partie dann endlich fortgesetzt werden.
Chancen hüben wie drüben
Nach der knapp 40-minütigen Unterbrechung und einem kurzen Warm-up rollte der Ball dann wieder im Paradies. Das Spiel wurde mit 9:01 Minuten fortgesetzt und CFC-Keeper Adamczyk war direkt gefordert, als Lankford frei zum Abschluss kam, aber am Tor vorbeizielte.
Kurz darauf (13.) hatte der CFC seine Doppelchance: Grimaldi drang in den Strafraum ein, ging zu Boden, doch Schiedsrichter Dallmann ließ weiterspielen. Nur Sekunden später eroberte Grimaldi den Ball zurück, seine Hereingabe konnte Stockinger jedoch nicht verwerten, weil diese leicht in seinen Rücken kam. Im Gegenzug setzte Eshele einen Volley nur knapp neben den Pfosten. In dieser Phase ging es hin und her.
In der 15. Minute verpasste Bozic die Führung für die Himmelblauen, als er nach einem Konter am langen Eck vorbeischoss. Viele kleine Nickligkeiten und Fouls prägten nun das Spiel. Julius Bochmann sah nach einem Scharmützel mit Eshele die Gelbe Karte, der fällige Freistoß von Lankford flog deutlich über das Tor (21.). Unterdessen war auch die Jenaer Fanszene in die Südkurve zurückgekehrt und nahm wieder am Spiel teil.
Rote Karte und Doppelschlag des FCC
Die Partie kippte in der 33. Minute, als sich der CFC selbst schwächte: Tom Baumgart stoppte einen Jenaer Konter mit einem zu riskanten Einsteigen knapp hinter der Mittellinie gegen Marcel Hoppe und sah die Rote Karte. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung.
Dann kam es knüppeldick für die Chemnitzer. Nur zwei Minuten später eilte Adamczyk beim folgenden Freistoß mit hohem Tempo aus seinem Tor, um den Ball vor dem heranstürmenden Fritz mit den Händen zu klären – Schiedsrichter Dallmann entschied jedoch auf Elfmeter für Jena. Eine diskutable Entscheidung: Adamczyk hatte zwar sowohl Ball als auch Gegner getroffen, doch beide Spieler gingen in dieser Situation volles Risiko, und der CFC-Keeper spielte klar den Ball. Ex-Chemnitzer Sören Reddemann ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte souverän unten links zur 1:0-Führung für die Gastgeber (37.), während Adamczyk in die andere Ecke unterwegs war.
Noch vor der Pause erhöhte der FCC eiskalt. Eshele tankte sich auf der rechten Seite in den Strafraum und legte mit viel Übersicht von der Grundlinie zurück an die Strafraumgrenze, wo Hoppe aus 13 Metern trocken ins rechte Eck abschloss (42.). Nach drei Minuten Nachspielzeit ging es für den CFC mit einem angesichts der Umstände besonders bitteren 0:2 in die Kabinen.
Frische Kräfte nach der Pause
Nach Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit brachte Cheftrainer Duda mit Rücker und Eppendorfer frische Kräfte. Das Spiel selbst verlor im Vergleich zur ereignisreichen ersten Hälfte an Tempo, auch weil der CFC in Unterzahl zunächst auf Absicherung setzte.
Mehr Ballbesitz für den CFC
Die Gastgeber standen nun tiefer und überließen dem CFC mehr Ballbesitz. Doch echte Torchancen sprangen zunächst nicht heraus, einzig ein Freistoß von Pistol sorgte kurzzeitig für Gefahr, als Butzen den Ball in Richtung eigenes Tor abfälschte (59.). Im Gästeblock setzte die Chemnitzer Fanszene mit einem Spruchband „Aufstiegsreform umsetzen“ ein Statement, das über den Spieltag hinausreicht.
Chancen auf beiden Seiten
In der Folge tauschten beide Trainer kräftig durch. Auf Chemnitzer Seite kamen Biven, Alberico und Damer ins Spiel. Kurz darauf vergaben die Gastgeber die große Chance zum 3:0, als Oduah aus vier Metern direkt in die Arme von Adamczyk schoss (67.). Auf der anderen Seite hatte der CFC Pech, als Eppendorfer nach Pistols Hereingabe frei zum Kopfball kam, aber an Liesegang scheiterte (70.).
Schlussphase ohne Happy End
Die Schlussphase wurde mit einer Gelb-Roten Karte für Jenas Lankford (81.) eingeläutet, sodass wieder Gleichzahl auf dem Feld herrschte. Kurz darauf sorgte Grimaldi mit einem energischen Dribbling für Gefahr, wurde im Strafraum jedoch gestoppt (83.). Trotz hohem Aufwand und mehr Spielanteilen gelang es den Himmelblauen nicht mehr, den Rückstand zu verkürzen. So blieb es nach einer deutlich ruhigeren zweiten Halbzeit beim 2:0-Erfolg für den FC Carl Zeiss Jena.
Gute zweite Halbzeit – Nächster Halt Heimspiel gegen Eilenburg
Die Chemnitzer verkauften sich nach einer verrückten ersten Halbzeit im zweiten Durchgang gut. Jena hat sicher einen Gang nach unten geschalten aber auch in Unterzahl waren die Chemnitzer da und tendenziell dem Anschluss näher als Jena der Entscheidung. Am Ende fehlte aber die Durchschlagskraft und die Präzision im letzten Drittel. Erkenntnisse aus diesem Spiel zu ziehen ist aufgrund der Umstände wohl kaum möglich.
Für den CFC steht am kommenden Samstag das nächste Heimspiel auf dem Programm: Um 14 Uhr empfängt die Duda-Elf den FC Eilenburg im eins-Stadion – An der Gellertstraße. Sichert euch jetzt eure Tickets! Die Jenaer sind tags darauf beim FSV Luckenwalde zu Gast.