Himmelblauer DFB-Pokalfight
Gegen den VfB Stuttgart erspielte sich der CFC ein Chancenplus und musste sich erst nach Verlängerung 1:3 (1:1, 0:0) geschlagen geben.
Vom Gefühl her war es wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest. Man fiebert dem Ereignis tagelang entgegen, freut sich auf die einmalige Atmosphäre und ist am Ende traurig, wenn es vorbei ist. Schon morgen hat uns der Alltag wieder. Ein materielles Geschenk in Form einer weiteren Pokalsensation gab es gegen den VfB Stuttgart zwar nicht, obschon sich dem CFC überraschend viele Chancen eröffneten. Doch die spielerische Art und Weise, der Zauber des Augenblicks, war es schon allein Wert.
17.145 Zuschauer erlebten eine spannende, unglaublich intensive Pokalpartie und lagen sich beim Führungstreffer durch Benjamin Förster (73.) verträumt in den Armen. Nur zwei Minuten später hätte er beinahe auf 2:0 erhöht. Auch Peßolat (69.) sowie Richter (83.), Schaschko (87.) und Garbuschewski (90.) in der Schlussphase ließen ihre Möglichkeiten ungenutzt. Besser machte es Edeljoker Martin Harnik auf der Gegenseite. Erst erzielte er den Ausgleich (79.), dann schoss er den Favoriten in der Verlängerung (106./118.) gegen dezimierte Chemnitzer (Richter, Notbremse/96.) doch noch zum Sieg.
Dem CFC sprach Gästetrainer Jens Keller anschließend ein "Riesenkompliment für die tolle Leistung" aus und bescheinigte der Elf von Gerd Schädlich, "absolut drittligatauglich" zu sein, "wenn nicht sogar eine ordentliche Zweitligamannschaft". Wieder einmal viel Lob, wie schon am Freitag beim 0:2 gegen Kiel. Jetzt reicht es aber. Punkte sind dann doch wichtiger. Und Weihnachten ist schließlich erst in zwei Monaten.
Lutz Bartel