Vier Tage nach der Niederlage bei Viktoria Berlin hat sich der Chemnitzer FC eindrucksvoll zurückgemeldet. Beim 3:0-Heimerfolg gegen den VfB Germania Halberstadt traf Tim Campulka doppelt und brachte die Himmelblauen früh auf die Siegerstraße.
Campulka vom Punkt und per Kopf
Vor 2.766 Zuschauern im Stadion – An der Gellertstraße kam der CFC eher schleppend in die Partie. Halberstadt versuchte durch hart geführte Zweikämpfe ins Spiel zu kommen, kam aber meist zu spät, als regelkonform an den Ball. Zum ersten Mal gefährlich wurden die Himmelblauen nach einer Viertelstunde: Nach toller Kombination über Bergers rechte Seite ließ Mensah den Ball in der Mitte auf Pagliuca durch, der Schuss des Schweizers klatschte erst an den linken Pfosten, den Nachschuss setzte Brügmann an den rechten. Mit großer Geduld warteten die Chemnitzer auf mögliche Lücken und kamen erst nach einer halben Stunde zum Erfolg. Nach Foul von Kleeschätzky an Brügmann zeigte Schiedsrichter Ostrin auf den Punkt – Campulka verwandelte sicher ins rechte Eck (31.). Nur vier Minuten später war der Innenverteidiger erneut zur Stelle und köpfte Löwes Freistoßflanke ins Tor (34.). Bis zum Pausenpfiff gaben die Gäste keinen einzigen Torschuss ab. Einzig Paul Grzega hatte in der Nachspielzeit die Chance zum Anschlusstreffer, schoss aber aus sieben Metern freistehend vorbei.
Brügmann entscheidet, Walther fliegt
Wie die Feuerwehr kamen die Himmelblauen aus der Kabine und drückten auf die Entscheidung. Mittelstürmer Felix Brügmann übernahm diese Aufgabe höchstpersönlich und schaltete nach Bergers Flanke auf 3:0 (49.). Kurz darauf überraschte Schiedsrichter Eugen Ostrin das gesamte Stadion. Nach hartem Foul von Niclas Walther zeigte er dem jungen Verteidiger zum Unverständnis der CFC-Spieler die Rote Karte. Er fehlt damit – genauso wie Robert Zickert (fünfte gelbe Karte) – im Topspiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt am kommenden Samstag. Trotz Überzahl zeigten die Halberstädter erschreckend wenig. Louis Malina setzte einen Kopfball knapp neben den linken Pfosten, Marusenkos Distanzschuss lenkte Jakubov über die Latte. Bis zum Schlusspfiff hatten die Chemnitzer noch zahlreiche Konterchancen, verwerteten aber keine mehr.
Stimmen: "Großes Lob!"
Auf der Pressekonferenz nach der Partie sammelte ClubTV die wichtigsten Stimmen.
Christian Tiffert (Cheftrainer Chemnitzer FC): "Ich muss meiner Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Manchmal ist es nicht einfach, nach so einer Niederlage zurückzufinden. Wir waren heute sehr zielstrebig, haben Halberstadt auseinandergezogen und sind so ins letzte Drittel gekommen. Mich ärgert die Unterzahl, weil wir dadurch mehr Körner verbrauchen. Es hätte höher ausfallen können."
Manuel Rost (Cheftrainer VfB Germania Halberstadt): "Beim 1:0 müssen wir klar klären. Ich weiß nicht ob es ein klarer Elfmeter war, nehmen wir aber so an. Beim zweiten war unsere Zuordnung nicht gut, aber die Qualität der Flanke war gut. Danach musst du froh sein, dass es dabei bleibt. Nach der Roten Karte fehlt uns die Kaltschnäuzigkeit. Wir brauchen insgesamt zu viel, um mal ein Tor zu schießen."
Fahrplan: Topspiel in Erfurt, dann Flutlicht-Kracher
Mit dem Sieg im Rücken geht es für den CFC zum Topspiel. Am kommenden Samstag, den 25. Februar wartet der FC Rot-Weiß Erfurt um 14 Uhr im Steigerwaldstadion. Eine Woche später empfangen die Himmelblauen am Freitagabend, den 3. März um 18 Uhr den FC Energie Cottbus.
Chemnitzer FC: Jakubov - Löwe, Zickert, Campulka, Walther, Berger - Müller(C) (76. Stagge), Kurt (71. Keller), Pagliuca - Brügmann (67. Eppendorfer), Mensah (76. Ulrich)
VfB Germania Halberstadt: Cichos(C) - Kleeschätzky, Grzega, Hlynianyi (77. van der Werf), Lübke - Braun (54. Malina), Hackethal, Marusenko, Baudis - Hoch, Renner
Tore: 1:0 Campulka (FE/31.), 2:0 Campulka (35.), 3:0 Brügmann (49.)
Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Niclas Walther (56.)