Wiedergutmachungsversuch in Jena
Am Samstag, den 16. Dezember 2023 fährt der Chemnitzer FC zum formstärksten Team der Regionalliga Nordost: dem FC Carl Zeiss Jena. Für die himmelblaue Truppe heißt es wiedergutzumachen, was in der Vorwoche im Steigerwaldstadion geschehen war. Gerade die unterschiedlichen Ausgangslagen machen dieses Duell so interessant.
Gegner: Formstarker Thüringer auf dem Vormarsch
Der FC Carl Zeiss Jena startete nach einem starken zweiten Platz in der Vorsaison mit klaren Aufstiegsambitionen in die aktuelle Spielzeit, doch der Saisonbeginn verlief holprig. Erst im sechsten Anlauf gelang der erste Saisonsieg. Nur sechs Punkte holte das Team von Trainer René Klingbeil in den ersten acht Partien. Danach schafften die Jenaer die Trendwende und sind seitdem das formstärkste Team der Liga. Es folgten fünf Siege und zwei Remis in sieben Spielen. Sogar der Tabellenführer aus Cottbus musste eine Niederlage in der eigenen Festung hinnehmen (0:2). Abseits von Energie Cottbus konnten die Thüringer allerdings keines der Top-Sieben-Teams schlagen.
Trotz der aktuellen Formstärke scheint das Ziel "Aufstieg" aufgrund des schwachen Starts immer noch in weiter Ferne. Aktuell trennen Jena und den Tabellenführer aus Greifswald elf Punkte. Um Anschluss zur Verfolgergruppe der Liga rund um den BFC Dynamo, Viktoria Berlin, Energie Cottbus und den SV Babelsberg herzustellen, sind allerdings nur noch fünf Punkte aufzuholen. Die Ausgangslage des FC Carl Zeiss Jena ist genau die gegenteilige zu der von Rot-Weiß Erfurt vor dem Spiel der Chemnitzer im Steigerwaldstadion.
Taktik: Defensivbollwerk
Die Elf von René Klingbeil zeichnet sich vor allem durch die stabile Defensive aus. In fünfzehn Regionalliga Partien schlug der Ball nur dreizehn Mal im Jenaer Tor ein. Damit stellt der FC Carl Zeiss die beste Abwehr der Liga, gemeinsam mit Tabellenführer Greifswald. Das letzte Mal, dass Jena-Keeper und Ex-Chemnitzer Kevin Kunz (beim CFC von 2015 bis 2018, 104 Pflichtspieleinsätze) hinter sich greifen musste, ist mittlerweile 619 Spielminuten (ohne Nachspielzeit) her. Das bedeutet, dass Kunz zuletzt sechs Spiele in Folge ohne Gegentor blieb und beim Heimsieg gegen Rostock II (5:1) den letzten Gegentreffer kassierte.
Kunz ist aber nicht nur aufgrund seiner guten Leistungen auf der Linie ein Erfolgsfaktor des FC Carl Zeiss, sondern auch aufgrund der Ruhe, die er von hinten ausstrahlt. Schwächen zeigt er hingegen am Ball. Mit 356 Pässen spielt er zwar die meisten Pässe im Defensivdrittel aller Jena-Spieler, diese kommen aber nur zu 72,6% an. Unterstützt wird er in der Reihe vor sich von zwei Innenverteidigern, deren Rollen klar verteilt sind. Auf der rechten Innenverteidigerposition spielt mit Burim Halili einer der spielstärksten Innenverteidiger der gesamten Liga. In der aktuellen Saison spielt Halili eine überragende Passquote von 89,2 %. Seine Pässe spielt er dazu noch häufig vertikal in die Spitze mit einer Passquote von 80,1 %. Diese Quote erreichen die meisten Mittelfeldspieler nicht. Der Rücken wird ihm von Kapitän Bastian Striezel freigehalten, der die viertmeisten erfolgreichen Grätschen und die fünftmeisten Befreiungsaktionen der Regionalliga Nordost vorweisen kann.
Offensiv setzen die Jenaer stark auf Konter. Nach der Balleroberung geht es schnell in die Spitze. Das zeigt auch die Ballbesitzquote von 45,6 % im bisherigen Saisonverlauf. Besonders interessant: Entgegen den Erwartungen führen die Jenaer in Heimspielen mit 43,9 % den Ball seltener als in Auswärtsspielen (47,4 %). Im Umschaltspiel läuft der Ball über Lukas Lämmel, der mit 1,6 Schlüsselpässen auf neunzig Minuten und vier Vorlagen die Kreativabteilung der Thüringer anführt. Häufig sucht dieser dann die rechte Seite, welche von Rechtsverteidiger Maurice Hehne und Flügelspieler Ken Gipson überlagert wird. Hehne überläuft Gipson, der wiederum ins Zentrum abkippt. Auf links kann er Maximilian Krauß finden, der nach einer verletzungsgeplagten letzten Saison wieder zu alter Form findet (aktuell drei Tore, vier Vorlagen). In der Saison 2021/22 bewies Krauß mit acht Toren und acht Vorlagen, dass er einer der besten oder sogar der beste Flügelspieler der Regionalliga Nordost sein kann. Im Zentrum verwertete Neuzugang Elias Löder bisher bereits acht Mal in dieser Saison erfolgreich und ist bester Torschütze der Thüringer.
Voraussichtliche Aufstellung FC Carl Zeiss Jena: Kunz - Butzen, Strietzel (C), Halili, Hehne - Krauß, Lämmel, Schau, Gipson - Löder, Verkamp (4-4-2)
Die letzten 5 Partien
Regionalliga Nordost | 16. Spieltag | FC Carl Zeiss Jena – ZFC Meuselwitz 1:0 (0:0)
Regionalliga Nordost | 15. Spieltag | VSG Altglienicke – FC Carl Zeiss Jena 0:0 (0:0)
Thüringen-Pokal | Viertelfinale | SV Germania Wüstheuterode – FC Carl Zeiss Jena 0:6 (0:3)
Regionalliga Nordost | 13. Spieltag | Berliner AK – FC Carl Zeiss Jena 0:1 (0:1)
Regionalliga Nordost | 12. Spieltag | FC Carl Zeiss Jena – BSG Chemie Leipzig 1:0 (0:0)
Personal: Bozic und Müller zurück, dafür vier neue Ausfälle
Dejan Bozic und Tobias Müller kehren beide nach abgesessener Gelb-Sperre zurück in den Kader. Dafür fehlen in dieser Woche gleich vier Spieler abseits der bekannten Langzeitverletzten. Felix Müller handelte sich gegen Rot-Weiß Erfurt seine fünfte Gelbe Karte ein und muss pausieren. Außerdem fehlen Jan Koch, Stanley Birke und Robert Berger krank.
Bilanz: Jena hat die Nase knapp vorn
Nachdem der Chemnitzer FC letzte Woche auf den Rekordgegner traf (74 Spiele gegen Rot-Weiß Erfurt), fahren die Himmelblauen in dieser Woche zu dem Verein, auf den man in der Vereinsgeschichte am zweithäufigsten traf. 71-mal begegneten sich die Chemnitzer und die Jenaer. Dabei liegen leichte Vorteile aufseiten der Thüringer. 25 Siege errang Carl-Zeiss, 24-mal trennte man sich Unentschieden und 22-mal spielte der Sieger in Himmelblau. Der höchste Jenaer Sieg ist bereits länger her und weckt Erinnerungen an das Spiel in Erfurt am letzten Freitag. Im FDGB-Pokal Halbfinale 1960 schlugen die Thüringer den Rekordsachsenpokalsieger mit 7:1. Dafür liegt der höchste Chemnitzer Sieg nicht so weit zurück. In der Hinrunde der letzten Saison gewann der CFC zu Hause mit 4:0 gegen den FC Carl Zeiss.
Das letzte Aufeinandertreffen gab es zum Saisonstart im Stadion – An der Gellerstraße. Die Teams trennten sich torlos Unentschieden. Gerade in der jüngeren Historie gestaltet sich das Duell ausgeglichen. In den letzten fünf Vergleichen trennte man sich dreimal unentschieden und beide Mannschaften trugen jeweils einen Sieg davon.
Schiedsrichter: Florian Markhoff aus Rostock
Der 34-Jährige hat bisher 38 Spiele in der Regionalliga Nordost gepfiffen. Dabei verteilte er fünf Gelbe Karten im Schnitt und schickte fünfzehn Spieler vorzeitig vom Feld. In dieser Saison war er bisher in fünf Spielen der Regionalliga Nordost im Einsatz, in denen er sechs Gelbe Karten pro Partie zeigte. Den Chemnitzer FC pfiff er zuletzt im Februar dieses Jahres beim Unentschieden gegen den BFC Dynamo (0:0). Unterstützt wird Markhoff am Samstagnachmittag von den Assistenten Michael Bernowitz (34) und Florian Strübing (31).
Tickets: Online und im Stadion – An der Gellertstraße
Tickets für die Partie gegen den FC Carl Zeiss Jena können im CFC-Fanshop im Stadion - An der Gellertstraße oder online unter folgendem Link (Hier klicken!) erworben werden. Die Preise im Fanshop belaufen sich auf 14,50 €/Vollzahler und 12,50 €/Ermäßigt für den Stehplatzbereich sowie 22,50€/Vollzahler und 20,50€/Ermäßigt im Sitzplatzbereich (im Preis sind 1,50 € Vorverkaufsgebühr enthalten).
Übertragung: Im MDR-Stream und im CFC-Liveticker
Das Spiel des Chemnitzer FC in Jena wird nicht im TV gezeigt, dafür aber in einem Livestream des MDR. Außerdem ist das himmelblaue Medienteam für euch unterwegs und berichtet live vom Ernst-Abbe-Sportfeld. Ihr könnt die Partie auch im Liveticker auf unserer Website oder auf Twitter verfolgen.



